Die Rohrindustrie

Rohre werden seit tausenden von Jahren verwendet. Das für die Rohre verwendete Material wurde über die Jahrhunderte weiterentwickelt, von Bambus und Schilf zu Holz und Ton. Aufgrund seiner Formbarkeit war Blei jahrhundertelang das bevorzugte Material für die Herstellung von Rohren. Seit der Industriellen Revolution werden Materialien wie Stahl, Beton und Kunststoffe verwendet, die auch heute noch in Gebrauch sind.

Fiberglas wurde in den 1940er Jahren als Material für die Herstellung von Rohren eingeführt, als es noch händisch durch das Auftragen von Glasfasern und Harz auf eine Achsel hergestellt wurde. Gegen Ende des Jahrzehnts setzte die Industrie zunehmend den Schleuderguss ein, und die Technik der Fadenwicklung kam bald danach zur Anwendung, was zur Entwicklung von Rohren führte, die einen höheren Druck aushielten.

Diese zwei Methoden dominieren bis heute die Industrie für Verbundrohrleitungen und profitieren dabei vom kontinuierlichen Fortschritt bei den Methoden zur Herstellung und bei der Entwicklung von Materialien. In Folge kam auch das gewickelte, verstärkte Verbundrohr als Reaktion auf den industriellen Bedarf auf den Markt.

Die Nachfrage nach Lösungen für Verbundrohrleitungen steigt weiter, um den ständig steigenden Bedarf an Wasser- und Energieressourcen abzudecken. Aktuell wächst der Markt für Rohre um 6,5 % im Jahr, wobei die Nachfrage nach Rohren aus Verbundmaterialien jene nach Rohren aus herkömmlichen Materialien überholt.

Verbundmaterialien

Verbundmaterialien bestehen aus zwei oder mehr verschiedenen Materialien, die in Kombination stärker sind als einzeln. Ein frühes Beispiel der Anwendung von Verbundmaterialien findet sich in Mesopotamien um ca. 3400 v. Chr., als die Mesopotamier Holzstreifen in verschiedenen Winkeln zusammenklebten, um eine Art Sperrholz herzustellen. Pflanzen- und Tierharze waren das einzige zur Verfügung stehende Bindemittel, bis im frühen 20. Jahrhundert der Übergang zu künstlich hergestellten, synthetischen Verbundmaterialien erfolgte.

Während des Zweiten Weltkrieges erzwang der Bedarf an leichten Materialien für den Einsatz in Militärflugzeugen den Übergang von der Testphase zur Massenproduktion in der Herstellung von mit Glasfasern verstärkten Kunststoffen (GFK).

Weitere Fortschritte in den 1940er Jahren führten 1946 zur Einführung des ersten aus Verbundmaterialien hergestellten Rumpfs für Handelsschiffe. In den 1950er Jahren wuchs die Herstellung von Rohren aus Verbundmaterialien, und sie wurden in immer mehr Bereichen eingesetzt. Während der 1970er-Jahre entwickelte sich die Verbundmaterialien-Industrie durch den Einsatz von Kunstharzen und verstärkten Fasern wie Kevlar und Kohlenstoff weiter. Materialien sowie Herstellungsprozesse unterliegen ständigen Verbesserungen, welche Verbundstoffe zu den bevorzugten Materialien für eine wachsende Anzahl an Anwendungen machen. Dazu gehören Boote, medizinische Geräte, Flugzeuge, Autos, Fensterrahmen, Bäder und Rohre. Die Verbundtechnologie bietet eine unendliche Anzahl an Möglichkeiten, und die industrielle Produktion erlebt insgesamt ein starkes Wachstum.